Der Arme und das Glück
Der Arme und das Glück
Ein armer Mann, verseh’n zum Graben,
Wollt’ jetzt ein besser Schicksal haben,
Und rief das Glück um Beistand an.
Das Glück erhörte sein Verlangen:
Er fand, indem er grub, zwei starke gold’ne Stangen;
Allein der ungeschickte Mann
Sah sie für altes Messing an,
Und gab für wenig Geld den Reichtum aus den Händen,
Fuhr fort und bat das Glück, doch mehr ihm zuzuwenden.
“O Tor!” rief ihm die Gottheit zu,
“Was quälst du mich, dich zu beglücken?
Wer wäre reicher jetzt als du,
Wenn du gewußt, dich in dein Glück zu schicken?”
Christian Fürchtegott Gellert
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