Archive for 2009/01


Beileid

Beileid Gebet zum Beileid Dein gutes Herz hat aufgehört zu schlagen und wollte doch so gern noch bei uns sein. Gott, hilf uns diesen Schmerz zu tragen, denn ohne Dich wird alles anders sein. Wenn ich tot bin, Weint um mich ein wenig, Denkt ...

William Shakespeare aus Sonette

Was Brot dem Leibe, bist du meiner Seele, was dürrer Saat der Regen, bist du mir, der ich um deine Ruh mich rastlos quäle wie es dem Geizhals geht mit seiner Gier. Bald möcht' ich prahlend meinen Schatz genießen, bald zittre ich, daß die Zeit ...

Ludwig Uhland über die Liebe

Der Wirtin Töchterlein Es zogen drei Burschen wohl über den Rhein, Bei einer Frau Wirtin, da kehrten sie ein: "Frau Wirtin, hat Sie gut Bier und Wein? Wo hat Sie Ihr schönes Töchterlein?" "Mein Bier und Wein ist frisch und klar. Mein Töchterlein ...

Friedrich Wilhelm Gotter beschreibt die Liebe in diesem Gedicht

Wie der Tag mir schleichet, Ohne dich vollbracht! Die Natur erbleichet, Rings um mich wirds Nacht. Ohne dich hüllt alles Sich in Schwermut ein, Und zur öden Wüste Wird der grünste Hain. Kommt der Abend endlich Ohne dich heran, Lauf ich bang und suche Dich bergab, bergan. Hab ich dich verloren, Bleib ich ...

Theodor Storm ein deutscher Dichter und Novellist

In böser Stunde Ein schwaches Stäbchen ist die Liebe, Das deiner Jugend Rebe trägt, Das wachsend bald der Baum des Lebens Mit seinen Ästen selbst zerschlägt Und drängtest du mit ganzer Seele Zu allerinnigstem Verein, Du wirst am Ende doch, am Ende Nur auf dir selbst gelassen sein. Theodor ...

Rettung des Herzens - Emanuel Geibel

Komm herein, o Nacht, und kühle Diese Gluten, diesen Schmerz! Aus dem Wirrsal der Gefühle Wie errett' ich nur mein Herz? Wo wir einst so glücklich waren, Hab' ich wieder sie geseh'n - Und auf's neue, wie vor Jahren, Ist's um mein Ruh' gescheh'n. ...

Junge und Alte Liebe - Johann Friederich Riederer

Als einst ein alter Herr ein junges Mädchen freite und ihm sein schwacher Leib nichts Gutes prophezeite, sprach er zu ihr: Mein Kind, Sie wird sich ja bequemen, und wird die ehl'ge Pflicht Quartal weis von mir nehmen? Ihr Wiederfragen war, da ...

Gedicht zum Alter

Also hat es dir gefallen Hier in dieser schönen Welt; So dass das Vondannenwallen Dir nicht sonderlich gefällt. Lass dich das doch nicht verdrießen. Wenn du wirklich willst und meinst, Wirst du wieder aufersprießen; Nur nicht ganz genau wie einst. Aber, Alter, das bedenke, Dass ...

Gedicht von Otto Julius Bierbaum, nachdenklich !!!

Ich kenn drei gute, deutsche Geselln Mit großen Händen und Beinen schnelln; Mit dicken Säcken auf breitem Buckel Stampfen sie eilig durchs Land mit Gehuckel; Haben Eis im Bart Und grimmige Art, Aber Augen gar milde; Führn Äpfel und Nüsse und Kuchen im Schilde Und schleppen und schleppen ...

Ein Gedicht über die Vergänglichkeit von Hugo von Hofmannsthal

Über Vergänglichkeit Noch spür ich ihren Atem auf den Wangen: Wie kann das sein, dass diese nahen Tage Fort sind, für immer fort, und ganz vergangen? Dies ist ein Ding, das keiner voll aussinnt, Und viel zu grauenvoll, als dass man ...

Ein Gedicht - Der Mensch geschrieben von Matthias Claudius

Der Mensch Empfangen und genähret Vom Weibe wunderbar, Kömmt er und sieht und höret Und nimmt des Trugs nicht wahr; Gelüstet und begehret Und bringt sein Tränlein dar; Verachtet und verehret, Hat Freude und Gefahr; Glaubt, zweifelt, wähnt und lehret, Hält nichts und alles wahr; Erbauet und zerstöret Und quält sich immerdar; Schläft, ...

Frühlingslied eines Greisen

Frühlingslied eines Greisen Hier in diesem Paradiese Find ich bald - ach bald mein Grab; Alt bin ich, und meine Füße Stützt schon dieser Dornenstab. Aus der schönen Welt zu scheiden, Guter Gott, das fällt mir schwer. Zwar erlebt' ich manches Leiden, Aber doch ...

Auf den Tod eines Affen

Auf den Tod eines Affen Hier liegt er nun, der kleine, liebe Pavian, Der uns so manches nachgetan. Ich wette, was er itzt getan, Tun wir ihm alle nach, dem lieben Pavian. Gotthold Ephraim Lessing

Der Heizer

Der Heizer Als der sechzehnjährige Karl Roßmann, der von seinen armen Eltern nach Amerika geschickt worden war, weil ihn ein Dienstmädchen verführt und ein Kind von ihm bekommen hatte, in dem schon langsam gewordenen Schiff in den Hafen von ...

Leid und Zeit und Ewigkeit - Clemens Brentano

Eingang Was reif in diesen Zeilen steht, was lächelnd winkt und sinnend fleht, das soll kein Kind betrüben; die Einfalt hat es ausgesät, die Schwermut hat hindurchgeweht, die Sehnsucht hat's getrieben. Und ist das Feld einst abgemäht, die Armut durch die Stoppeln geht sucht Ähren, die ...

Victor Marie Hugo über die Betrachtung des Lebens

Wie bitter ein geleerter Kelch! wie endet Jedweder Traum, den uns ein Rausch gesendet, Mit Schrecken! - Jung - o, wie das hofft und glüht! Doch später, wenn die Seel' gesättigt beben Wir, wenn das Aug' zurück aufs Leben Vom andern Rand des Horizontes sieht. ...

Gedichte über Generationen

Urahne, Großmutter, Mutter und Kind In dumpfer Stube beisammen sind; Es spielet das Kind, die Mutter sich schmückt, Großmutter spinnet, Urahne gebückt Sitzt hinter dem Ofen im Pfühl - Wie wehen die Lüfte so schwül! Das Kind spricht: "Morgen ists Feiertag, Wie will ich spielen ...

Letzter Wille - eine Vagantendichtung von Ludwig Laistner

Letzter Wille Mein Begehr und Willen ist: In der Kneipe sterben! Nah den Lippen sei der Wein, Eh sie sich entfärben. Und der Englein Sterbechor Möge für mich werben: "Lass den wackern Zechkumpan, Herr, dein Reich ererben!" Jeder Zecher gehet ein Zu des Himmel Toren, So der Jüngling wie der Greis; Doch ...

Im Arm der Liebe, ein Gedicht von Georg Scheurlin

Im Arm der Liebe Im stillen Stübchen dämmert die Nacht, Am Bettlein sitzet ein Weib und wacht; Ein blonder Knabe lächelt ihr zu Am Mutterbusen, wie fromm die Ruh'! Sie wieget und singet beim Lampenschein: "Im Arm der Liebe - so schlummre ein!" Im ...

Walzer von Novalis

Walzer Hinunter die Pfade des Lebens gedreht Pausiert nicht, ich bitt euch so lang es noch geht Drückt fester die Mädchen ans klopfende Herz Ihr wißt ja wie flüchtig ist Jugend und Scherz. Laßt fern von uns Zanken ...

Geburtstagsgedicht zum 77. Geburtstag

Die Falten um die Stirne dein, lass sie nur heiter ranken; das sind die Narben, die darein geschlagen die Gedanken. Joseph Viktor von Scheffel

Vergangenes Glück bis hin zum Todesschlaf

Nun hast du mir den ersten Schmerz getan, Der aber traf. Du schläfst, du harter, unbarmherz'ger Mann, Den Todesschlaf. Es blicket die Verlassene vor sich hin, Die Welt ist leer. Geliebet hab' ich und gelebt, ich bin Nicht lebend mehr. Ich zieh mich in mein Innres ...

Hoch über den Wolken der Liebe

Ist ein Herz zu eigen ? Und Liebe hat der Sterne Macht, kreist siegend über Tod und Nacht, kein Sturm, der sie vertriebe! Und blitzt deren Hass die Welt entlang, so wandelt ihren alten Gang hoch über den Wolken die Liebe. Georg Herwegh

Fingerspiele wie Himpelchen und Pimpelchen sind sehr beliebt

Himpelchen und Pimpelchen die saßen auf einem Berg. (Beide Daumen zeigen) Himpelchen war ein Heinzelmann und Pimpelchen war ein Zwerg. Sie blieben lange da oben sitzen und wackelten mit ihren Zipfelmützen. (Hände auf dem Kopf wie Mützen erscheinen lassen) Doch nach 66 Wochen sind sie in den ...