Witzige Weihnachtsgedichte oder doch lieber besinnlich !!!
Verkündigung
Da sitzet sie, mit andern Blumen spielend,
Knospe der Rose,
Noch nicht den Strahl der Gottheit in sich fühlend,
Der bald des Himmels Füll’ ihr weckt im Schoße;
Doch ahnt es schon das Blümelein, das sie liebt,
Blickt süß betrübt,
Die Blume ahnet’s, die sie trägt am Herzen,
Verblühet schnell in wonniglichen Schmerzen.
Bald aber senkt auf strahlendem Gefieder
Der Engel sich herab, o sel’ge Stunde!
Bringt ihr die Kunde,
Und betend sinkt die Gottgeweihte nieder;
Ein Strahl des Himmels zuckt durch ihre Glieder.
Die Knospe reift zur Paradiesesfülle;
Doch sie erhebet sich in Demut wieder:
“Ich bin die Magd, Herr! es gescheh’ dein Wille!”
Justinus Kerner 1786 – 1862 .
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Der Christbaum
Gott in der Höh’ allein sei Ruhm und Ehre
Und Menschen guten Willens Freud’ und Frieden!
Frohlocket, groß und klein! Nun sprosst hienieden
Der Christbaum uns, der ewig grüne, hehre!
Hin starb die Welt, die trost- und liebeleere,
Den Fluren gleich, die Sommerlust gemieden:
Da ward uns jener Heilesbaum beschieden,
Das Kreuz, an Hoffnung reich und sel’ger Lehre.
Licht blüht aus seiner Krone, Himmelsgaben
Trägt er, das Herz durch höhern Trost zu laben
Als aller Weisen Kunst und Erdenschätze.
Denn froh verkündigt ist im Engelliede
Des Höchsten Ehr’ und guter Menschen Friede,
Und Liebe heißt die Summe der Gesetze.
Franz von Pocci 1807 – 1876
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