'Jahreszeiten und Gedichte' Kategorie
Im wunderschönen Monat Mai,
als Knospen sprangen,
da ist in meinem Herzen
die Liebe aufgegangen.
Im wunderschönen Monat Mai,
als alle Vögel sangen,
da hab ich ihr gestanden
mein Sehnen und Verlangen.
Heinrich Heine, (1797 - 1856), eigentlich Harry Heine, deutscher Dichter, Erzähler und Romancier
Gedicht zum Winter, der Sommer muss gehen !!! Gustav Renner
Erster Reif
Noch gestern des scheidenden Sommers Pracht,
Ein tiefes, atmendes, stilles Grün,
Als wolle der Frühling für immer blühn,
Und nun über Nacht, und nun über Nacht,
Der erste fröstelnde Reif.
Der weiße, erstarrende Reif über Nacht ?
Ein einziges Wort nur, ...
Durch die Maiennacht von Karl Henckell
Durch die Maiennacht
Durch die Maiennacht
Fuhr der Wintersturm,
Und die Frühlingspracht
Riß er nieder.
Durch die junge Brust
Fuhr der Todeshauch,
Traf mit grauser Lust
Meine Glieder.
Muß es denn geschehn,
Kann's nicht anders sein,
Will ich freudig gehn
Und entsagen.
Fahre wohl, du Welt,
Liebe, Kampf und Ruhm!
Nur ein schlechter Held
Mag es ...
Herbstgefühl, Gedicht von Emanuel Geibel
Herbstgefühl
O wär' es bloß der Wange Pracht,
Die mit den Jahren flieht!
Doch das ist's, was mich traurig macht,
Daß auch das Herz verblüht;
Daß, wie der Jugend Ruf verhallt,
Und wie der Blick sich trübt,
Die Brust, die einst so heiß gewallt,
Vergißt, wie sie geliebt.
Ob ...
In einer Herbstnacht einsam sitzend: Gedicht von Wang Wei
In einer Herbstnacht einsam sitzend
Einsam sitzend, bekümmert ob der grauen Schläfen,
Im leeren Zimmer ersehn ich die zweite Nachtwache.
Wilde Beeren fallen im Rauschen des Regens,
Unter der Lampe zirpt eine Heuschrecke.
Des Schopfs Ergrauen ist schließlich unumkehrbar,
Das Lebenselixier hat niemand je zustandegebracht,
Wer wissen ...
Friedrich Rückert mit einem Vergleich von Winter und Alter
Sind ein Paar kalter
Freunde Winter und Alter:
Winter schröpfend,
Alter erschöpfend;
Winter zwackend,
Alter plackend;
Winter pustend,
Alter hustend;
Winter geht,
Alter steht:
Gerne wär' ich der beiden quitt,
nähme Winter das Alter mit.
Friedrich Rückert, (1788 - 1866), alias Freimund Raimar, deutscher Dichter, Lyriker und Übersetzer arabischer, hebräischer, indischer und ...
Friedrich Rückert alias Freimund Raimar: Gedicht über den Winter
Sind ein Paar kalter
Freunde Winter und Alter:
Winter schröpfend,
Alter erschöpfend;
Winter zwackend,
Alter plackend;
Winter pustend,
Alter hustend;
Winter geht,
Alter steht:
Gerne wär' ich der beiden quitt,
nähme Winter das Alter mit.
Friedrich Rückert, (1788 - 1866), alias Freimund Raimar, deutscher Dichter, Lyriker und Übersetzer arabischer, hebräischer, indischer und ...
Frühling
Frühling
Lenz! Dich hätten wir beinah vergessen!
Frisch und kühn
sprießt inmitten dem Randal indessen
junges Grün.
Blätter stecken ihre zarten Spitzen
hastend aus.
wie sie schmuck auf ihren Ästen sitzen!
Feucht und kraus!
Und sie sehen: Bunte Tumultanten!
Militär!
Sehen wildgewordene Adjutanten ...
Schönes Gedicht zum Frühling
O klingender Frühling, du selige Zeit!
Und bist du vorüber, uns tut es nicht leid;
wir liebten uns gestern, wir liebten uns heut',
Wir lieben uns morgen, wir glückliche Leut'!
Einst holten wir Burschen die Birke voll Mut,
Und zogen zum ...
Schöner Monat Mai
Schöner Monat Mai, wie gräßlich
Sind dem Kater deine Stunden,
Des Gesanges Höllenqualen
Hab' ich nie so tief empfunden.
Aus den Zweigen, aus den Büschen
Tönt der Vögel Tirilieren,
Weit und breit hör' ich die Menschheit
Wie im Taglohn musizieren.
In der ...
Der Frühling
Frühling
Du schöne, du liebe, du wonnige Maid,
Nun bist du daher gekommen
Und hast mir alle mein Herzeleid
Mit einem Worte genommen.
Den ganzen Frühling bringst du ja mit,
Sein Knospen und Schwellen und Drängen,
Es sprießen Blätter auf jeden Schritt,...
Gedicht zum Mai
Maientau
Auf den Wald und auf die Wiese,
Mit dem ersten Morgengrau,
Träuft ein Quell vom Paradiese,
Leiser, frischer Maientau;
Was den Mai zum Heiligtume
Jeder süßen Wonne schafft,
Schmelz der Blätter, Glanz der Blume,
Würz und Duft, ist seine Kraft.
Wenn den ...
Frühlingswünsche von Theobald Kerner
Frühlingswünsche
Im Frühling, wenn sich Baum und Strauch
Hat bräutlich angezogen,
Da kommen mir die Wünsche auch
Gleich Lerchen angeflogen.
Ich möchte sein ein stolzer Baum,
Hoch in den Himmel ragen,
Ich möcht' des Waldes grünen Raum
Als flinkes Reh durchjagen.
Ein starker Adler möcht' ich sein,
Aufwärts zur Sonne ...
Gedicht zum Frühling
Frühlingswünsche
Im Frühling, wenn sich Baum und Strauch
Hat bräutlich angezogen,
Da kommen mir die Wünsche auch
Gleich Lerchen angeflogen.
Ich möchte sein ein stolzer Baum,
Hoch in den Himmel ragen,
Ich möcht' des Waldes grünen Raum
Als flinkes Reh durchjagen....
Maiennacht, Emanuel Geibel deutscher Lyriker und Dramatiker
Durch die wolkige Maiennacht
Geht ein leises Schallen,
Wie im Wald die Tropfen sacht
Auf die Blätter fallen.
Welch ein ahnungsreicher Duft
Quillt aus allen Bäumen!
Dunkel webt es in der Luft
Wie von Zukunftsträumen.
Da, im Hauch, der auf mich sinkt,
Dehnt ...
Frühlingsgedichte an einem Frühlingstag von Emanuel Geibel
Frühlingsbrausen
Nun knospt in Sonnenschein
Das erste Grün der Halde;
Nun lasset ganz allein
Dahin mich gehn im Walde!
Ich will am frühen Duft
Der Veilchen mich berauschen,
Dem Brausen in der Luft,
Dem heil'gen, will ich lauschen.
O Laut, in welchem sich
Zuerst der Lenz ...
Sommergedicht
Im Sommer
Wie Feld und Au
So blinkend im Thau!
Wie perlenschwer
Die Pflanzen umher!
Wie durch's Gebüsch
Die Winde so frisch!
Wie laut im hellen Sonnenstrahl
Die süßen Vöglein allzumal!
Ach, aber da,
Wo Liebchen ich sah,
Im Kämmerlein,
So nieder und klein,
So rings bedeckt,
Der Sonne versteckt,
Wo blieb die Erde ...
Frühlingsgedichte
Blumengruß
Der Strauß, den ich gepflücket,
Grüße dich vieltausendmal!
Ich habe mich oft gebücket,
Ach, wohl eintausendmal,
Und ihn ans Herz gedrücket
Wie hunderttausendmal!
Johann Wolfgang von Goethe
März
Es ist ein Schnee gefallen,
Denn es ist noch nicht Zeit,
Daß von den Blümlein allen,
Daß von den Blümlein allen
Wir werden hocherfreut.
Der Sonnenblick betrüget
Mit mildem falschen Schein;
Die Schwalbe selber lüget,
Die Schwalbe selber lüget,
Warum? Sie kommt allein!
Sollt' ich ...
Herbstgefühle
Herbstgefühle
Fetter grüne, du Laub,
Am Rebengeländer
Hier mein Fenster herauf!
Gedrängter quellet,
Zwillingsbeeren, und reifet
Schneller und glänzend voller!
Euch brütet der Mutter Sonne
Scheideblick, euch umsäuselt
Des holden Himmels
Fruchtende Fülle;
Euch kühlet des Mondes
Freundlicher Zauberhauch,
Und euch betauen, ach!
Aus diesen Augen
Der ewig belebenden Liebe
Vollschwellende Tränen.
Johann ...
Winters Flucht
Winters Flucht
Dem Winter ward der Tag zu lang,
Ihn schreckt der Vögel Lustgesang;
Er horcht und hört's mit Gram und Neid,
Und was er sieht, das macht ihm Leid.
Er sieht der Sonne milden Schein,
Sein eigner ...
Spruch zum 1. April
April, April der macht was er will.
Volksweisheit
Der Winter ging, der Sommer kam
Immer wieder
Der Winter ging, der Sommer kam.
Er bringt aufs neue wieder
Den vielbeliebten Wunderkram
Der Blumen und der Lieder.
Wie das so wechselt Jahr um Jahr,
Betracht' ich fast mit Sorgen.
Was lebte, starb, was ist, es war,
Und heute wird zu morgen.
Stets ...
Herbsttag von Rainer Maria Rilke
Herbsttag
Herr: Es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße ...
Frühlingsverkündung von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
Frühlingsverkündigung
Die Erde sagt es den Lerchen an,
Dass der Frühling gekommen sei,
Da schwingen sie sich himmelan
Und singen es laut und frei.
Es hört's der Wald, es hört's das Feld,
Die Wiesenblumen und Quellen,
Und endlich hört's die ganze Welt,
Auch der Mensch ...
Winters Flucht von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
Winters Flucht
Dem Winter ward der Tag zu lang,
Ihn schreckt der Vögel Lustgesang;
Er horcht und hört's mit Gram und Neid,
Und was er sieht, das macht ihm Leid.
Er sieht der Sonne milden Schein,
Sein eigner Schatten macht ihm Pein.
Er ...
An einem Mittag im Sommer
Mittag
Der Sommermittag lastet auf den weißen
Terrassen und den schlanken Marmortreppen
die Gitter und die goldnen Kuppeln gleißen leis knirscht der Kies.
Vom müden Garten schleppen sich Rosendüfte her wo längs der Hecken
der schlaffe Wind erschlief in roten Matten
und geisternd strahlen zwischen Laubverstecken
die ...
Im Herbst von Wilhelm Busch
Im Herbst
Der schöne Sommer ging von hinnen,
der Herbst, der reiche, zog ins Land.
Nun weben all die guten Spinnen
so manches feine Festgewand.
Sie weben zu des Tages Feier
mit kunstgeübtem Hinterbein
ganz allerliebste Elfenschleier
als Schmuck für Wiese, Flur und Hain.
Ja, tausend Silberfäden geben
dem Winde ...
Im Winter am Kaminfeuer
Vor dem Tor
Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
ohnmächtige Schauer körnigen Eises
in Streifen über die grünende ...
Gedicht zum Frühling von Heinrich Heine
Die blauen Frühlingsaugen
die blauen Frühlingsaugen
schauen aus dem Gras hervor;
das sind die lieben Veilchen,
die ich zum Strauß erkor.
Ich pflückte sie und denke,
und die Gedanken all',
die mir im Herzen seufzen,
singt laut die Nachtigall.
Ja, was ich denke, singt sie
laut schmetternd, dass es schallt;
mein ...
SMS Spruch über den Winteranfang
Der Winter ist eine Sommerpause.
Manfred Hinrich
Gedicht zum Frühling von Rainer Maria Rilke
Will dir den Frühling zeigen ...
Will dir den Frühling zeigen,
der hundert Wunder hat.
Der Frühling ist waldeigen
und kommt nicht in die Stadt.
Nur die weit aus den kalten
Gassen zu zweien gehn
und sich bei den Händen halten -
dürfen ihn einmal sehn.
Rainer Maria Rilke
Sommergedicht
Gefunden
Ich ging im Walde
so vor mich hin,
und nichts zu suchen,
dass war mein Sinn.
Im Schatten sah ich
ein Blümlein stehn,
wie Sterne blinkend,
wie Äuglein schön.
Ich wollt es brechen,
da sagt' es fein:
Soll ich zum Welken
gebrochen sein?
Mit allen Wurzeln
hob ich es aus,
und trugs zum Garten
am ...
Gedicht zum ersten Mai
Der erste Mai
Der erste Tag im Monat Mai
ist mir der glücklichste von allen.
Dich sah ich und gestand dir frei,
den ersten Tag im Monat Mai,
daß dir mein Herz ergeben sei.
Wenn mein Geständnis dir gefallen,
so ist der erste Tag im Mai
für mich ...
Jahreszeiten und das Alter im Sprichwort
Auf dem Winter folgt ein Sommer, aber alte Leute werden nicht wieder jung.
Sprichwort aus Deutschland
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Jahreszeiten und das Alter
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Auf dem Winter folgt ein Sommer, aber alte Leute werden nicht wieder jung.
Sprichwort aus Deutschland
Gedicht zur Winterreise
Harzreise im Winter
Dem Geier gleich,
Der auf schweren Morgenwolken
Mit sanftem Fittich ruhend
Nach Beute schaut,
Schwebe mein Lied.
Denn ein Gott hat
Jedem seine Bahn
Vorgezeichnet,
Die der Glückliche
Rasch zum freudigen
Ziele rennt;
Wem aber Unglück
Das Herz zusammenzog,
Er sträubt vergebens
Sich gegen die Schranken
Des ehernen Fadens,
Den die doch bittre Schere
Nur ...
Gedicht zum April
April, April, macht, was er will!
Friedrich von Schiller und Johann Wolfgang von Goethe
Gedichte zum Herbst
Der Herbst schert hurtig Berg und Tal mit kalter Schere raztekahl.
Der Vogel reist nach warmer Ferner; wie alle folgenden so gerne.
Joachim Ringelnatz
Gedicht zum Winter
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Der Winter ist ein rechter Mann gern fest und auf die Dauer.
Das sei schließlich wie Eisen an und scheut nicht süß war sauer.
Matthias Claudius
Wintergedicht
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O wie ist es kalt geworden und so trauig öd und leer!
Raue Winde wehen von Norden, um die Sonne scheint nicht mehr.
Heinrich Hoffmann von Fallersleben